Was Sie über die Private Krankenversicherung wissen sollten

Die Versprechen und angeblichen Vorteile der Privaten Krankenversicherungen (PKV) kann man im Internet auf jedem Finanzportal nachlesen. Doch fährt man mit einer privaten Krankenversicherung wirklich besser als mit der gesetzlichen? Der Autor dieses Beitrags ist selbst vor 10 Jahren in die Private gewechelt und hat gemischte Erfahrungen gemacht.

Wer kann sich überhaupt privat versichern?
Um in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln zu können, sind einige Voraussetzungen zu erfüllen. Sind Sie Arbeitnehmer oder Angestellter, so muss Ihr Jahres-Bruttogehalt in den letzten 3 Jahren über der Pflichtversicherungsgrenze von derzeit 49.950€ (Stand 2010) gelegen haben. Beamte, Selbständige und Freiberufler können unabhängig vom Einkommen in die PKV wechseln.

Welche Vorteile bietet eine Private Krankenversicherung?
Die Vorteile, die man überall liest, können wir weitgehend bestätigen. Junge, gesunde und gut verdienende Singles profitieren am meisten von einem Wechsel, da die Beiträge in der Privaten nicht vom Einkommen, sondern von Alter und Gesundheitszustand des Versicherten abhängen. So können schnell mal 50% und mehr des Beitrags gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung eingespart werden. Beim Arzt sind die Wartezeiten in der Tat durchweg kürzer als bei gesetzlich Versicherten. Korrekt ist das nicht, aber kein privat Versicherter wird sich wohl darüber beschweren.

Die Private Krankenversicherung hat auch Nachteile
Die Nachteile der Privaten werden gerne verschwiegen. Für den Versicherungsnehmer kann dies schnell zu einer teuren Falle werden. Wir beleuchten in unserer Kritik die Nachteile kritisch:

  • In der Privaten gibt es keine Familienversicherung! Das bedeutet, wenn Sie heiraten und Kinder bekommen, und Ihr Partner dann nicht mehr arbeiten geht, müssen Sie jeden einzeln privat versichern. Das wird schnell richtig teuer.
  • Der Beitrag steigt regelmäßig und das nicht zu knapp. Während der gesetzlich Versicherte schon über 10€ Praxisgebühr im Quartal oder kleinere Zusatzgebühren jammert, hat sich in den letzten 10 Jahren der Beitrag bei der PKV fast verdoppelt. Und das müssen Sie zahlen, auch wenn die Geschäfte z.B. bei Selbständigen mal nicht mehr gut laufen.
  • Es gibt keine Krankenkassenkarte. Sie müssen Arztrechnungen und Medikamente erst einmal selbst bezahlen, und können sich später den Betrag von der Krankenkasse erstatten lassen.
  • Ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenkasse ist meistens nicht möglich! Der angebliche Grund ist, dass die jungen gesunden sich privat versichern, und später wenn es dort teuer wird und sie öfter krank werden, alle zurück in die gesetzliche wollen. Einerseits verständlich, aber wer aufgrund geänderter Familien- und Einkommenssituationen oder einfach nur aus Unwissen darüber einmal einen Vertrag bei einer PKV abgeschlossen hat, ist ganz schön gekniffen.

Fazit
Ein Wechsel in die private Krankenversicherung kann sich lohnen, hängt aber sehr vom Einzelnen und dessen Lebenssituation ab. Sind Sie schon älter, planen Sie Familie zu gründen oder hängt Ihr Einkommen von Ihrem wirtschaftlichen Erfolg ab, sollten Sie sich einen Wechsel gut überlegen.

Wenn Sie sich für die Private Krankenversicherung entschieden haben, sollten Sie die Tarife und Leistungen der einzelnen Versicherer vergleichen. Es gibt je nach Anbieter und Tarif beachtliche Unterschiede. Im folgenden bietet Ihnen unser Partner Tarifcheck24, der für seriöse Vergleiche bekannt ist, einen kostenlosen Vergleich an:



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